by August Daniel Ehrenfried Stöber (1808 - 1884)
Die vier steinernen Reiter am Straßburger Münster See original
Language: German (Deutsch)
Am Straßburger Münster, da prangen gar schön vier mächtige steinerne Reiter; sie sitzen und reiten wohl in den Höh'n und spornen und kommen nicht weiter. Vier Kön'ge gewaltig, die schauen herab mit ihren vier steinernen Kronen; sie nicken und winken mit steinernem Stab von luftigen, windigen Thronen. Doch einmal des Jahres um Mitternacht, wenn's schweigt in den wogenden Gassen, wenn alles schläfet, der Wächter nur wacht auf dem Turm allein und verlassen, da schallt's in den Lüften wie Schwerterklang und klirrt wie mit Ross und mit Wagen, da tönt's aus dem steinernen Mund wie Gesang, wie Lied aus vergangenen Tagen. Und mächtige Streiter, die kommen heran und sammeln sich um die Gebieter, sie schlagen die Schilde, die Schwerter an und kämpfen und neigen sich wieder. Und neue kommen und reiten heran, die hinter den Wolken gehalten; es jagen und brausen durch luftige Bahn die eisernen, grauen Gestalten. So feiern sie lustig die Bundesnacht, so grüßen sie froh die Gebieter; bis über den Bergen die Sonn' erwacht, bis morgentlich schallen die Lieder. Dann flieh'n die Gestalten. Auf steinernen Höh'n steh'n wieder die steinernen Reiter; sie glänzen im Sonnenlicht hell und schön und spornen und kommen nicht weiter.
Note for stanza 4, line 4, word 2: in Neukomm's score, there is a typo ("Lieb" instead of "Lied").
Composition:
- Set to music by Sigismund von Neukomm (1778 - 1858), "Die vier steinernen Reiter am Straßburger Münster"
Text Authorship:
- by August Daniel Ehrenfried Stöber (1808 - 1884), "Die vier steinernen Reiter am Straßburger Münster", appears in Alsa-Bilder. Vaterländische Sagen und Geschichten mit Anmerkungen von den Brüdern August und Adolph Stöber
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Researcher for this page: Johann Winkler
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