by Agnes Rättig (b. 1831)
Frühling und Liebe See original
Language: German (Deutsch)
Die Schwalbe klopft an's Fensterlein: "Mach' auf, mach' auf, laß mich hinein! Gar frohe Botschaft bring' ich dir -- Der Frühling wartet vor der Thür; Laß mich hinein, du holde Maid s' ist Frühlingszeit!" Das Mägdlein öffnet schnell das Thor, Schneeglöckchen sprossen rings hervor, Und durch die blaue Frühlingsluft Weht leiser, Hyazinthenduft: "Gott grüße dich, du holde Maid s' ist Frühlingszeit!" Da klopft die Lieb' an's Herze fein: "Mach' auf, mach' auf, laß mich hinein! Schon lange wart' ich vor der Thür, Und bring' ein gold'nes Kränzlein dir, Laß mich hinein, du holde Maid s' ist Frühlingszeit!" Das Mägdlein tritt erschreckt zurück, Es wehrt mit Wort, und wehrt mit Blick; Da tritt die Lieb' zum Busch hinaus, Und reicht ihr einen Veilchenstrauß: "Gott grüße dich, du holde Maid s' ist Frühlingszeit!" Da wird's dem Mägdlein bang um's Herz, Es weiß nicht -- ist es Wonne -- Schmerz; Von Thränen glänzt sein heit'rer Blick, Es tritt nicht vor -- weicht nicht zurück Und plötzlich ruft's voll Seligkeit: " s' ist Frühlingszeit!"
Composition:
- Set to music by Alwin Theodor Heynke (1838 - 1885), "Frühling und Liebe"
Text Authorship:
- by Agnes Rättig (b. 1831), "Frühling und Liebe", appears in Kassandra. Episch-lyrisches Gedicht von Agnes Rättig, in 1. Erste Abtheilung, in 4. Vierter Gesang, in Ninas Lieder, no. 17, first published 1871
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