possibly by Joachim Heinrich Campe (1746 - 1818)

Abendempfindung an Lana
Language: German (Deutsch) 
Abend ists, Tag und Sonn ist schwunden,
Und der Mond stralt Silberglanz;
So entfliehn des Lebens schönste Stunden,
Fliehn vorüber, wie im Tanz.

Bald entflieht des Lebens bunte Szene,
Und der Vorhang rollt herab --
Aus ist unser Spiel, und des Freundes Träne
Fliest auf unser Grab!

Bald vielleicht -- mir wehts, wie Westwind leise
Eine stille Ahnung zu! --
Schlies ich dieses Lebens Pilgerreise,
Fliege in das Land der Ruh.

Werden Freunde dann bei meinem Grabe weinen,
Und mit Schmerz meine Asche sehn:
Dann ihr Lieben will ich euch erscheinen,
Und will Himmel auf euch wehn.

Schenk auch du dann ein Tränchen mir, und pflücke 
Mir ein Veilchen, streu es auf mein Grab,
Und sieh dann mit deinem seelenvollen Blicke
Meine Asche segnend, sanft auf mich herab.

Weihe meinem Staube einen Seufzer, schäme
Dich nicht eine Träne mir zu weihn --
Diese Träne wird in meinem Diademe,
Dann die schönste Perle sein.

Confirmed with Dichter-Manuskripte: Erste Sammlung, ed. by [Johann Friedrich] Schink, Wien (Vienna), bey Rudolph Gräffer, 1781, pages 172-173.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • Also set in German (Deutsch), [adaptation] ; composed by Wolfgang Amadeus Mozart.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

This text was added to the website: 2015-07-06
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