Die Laube
Language: German (Deutsch) 
Nimmer, nimmer werd ich dein vergeßen,
Laub', in deren Einsamkeit
Meine Laura, weiland, oft geseßen,
Und des Frühlings sich gefreut.

Schauer wird durch meine Nerven beben,
Werd ich deine Blüthen sehn,
Und ihr Bildniß mir entgegenschweben,
Ihre Gottheit mich umwehn.

Thränenvoll, werd ich, beym Mondenlichte,
In der Geisterstunde Graun,
Dir entgegenzittern, und Gesichte
Auf Gesichte werd ich schaun.

Mich in manchen Göttertraum verirren,
Bis Entzückung mich durchbebt,
Und nach meinem süßen Täubchen girren,
Dessen Abbild vor mir schwebt.

Wenn ich auf der Bahn der Tugend wanke,
Erdvergnügen mich bestrickt;
Dann durchschaure flugs mich der Gedanke,
Was in dir ich einst erblickt.

Und ich werde deiner Taumelschalen,
Wollust, fluchen, und das Bild
Feuriger in meine Seele mahlen,
So den Himmel mir enthüllt.

Original version

Confirmed with Ludwig Christoph Heinrich Hölty's Sämtliche Werke kritisch und chronologisch herausgegeben von Wilhelm Michael, Erster Band, Weimar, Gesellschaft der Bibliophilen, 1914, page 140.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Set in a modified version by Georg Christoph Grossheim, Johann Friedrich Reichardt, Franz Peter Schubert.


Researcher for this text: Peter Rastl [Guest Editor]

Text added to the website: 2017-05-28 00:00:00
Last modified: 2017-05-28 19:23:29
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