by Eduard Anschütz (1795 - 1855)

Der arme Maler
Language: German (Deutsch) 
Es war ein armer Maler
gar fleissig früh und spät,
die Kunst, die er sich wählte,
ihn herzlich freuen tät!

War ihm ein Bild gelungen,
und wenn's auch noch so klein,
zog still in seinem Busen
der lichte Himmel ein.

Da brach in Kriegeswettern
herein des Unglücks Macht,
der Maler musste kämpfen
in wild entbrannter Schlacht.

Und mitten im Gedränge
traf ihn ein Säbel scharf,
der seine fleiss'ge Rechte
zur Erde blutig warf.

D'rob seufzt' er tief und weinte,
wie hart ist mein Verlust.
Er soll der Kunst entsagen,
dahin war seine Lust.

Nun steht allein der Maler,
 allein mit seinem Gram,
 flieht trauernd und verstummet
der Menschen Aug' voll Scham.

Er malte noch so gerne,
das ist ja Gott bekannt,
doch ach! wie kann er malen
mit abgehau'ner Hand?

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2020-05-14
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