Christi Huld gegen Petrus
Language: German (Deutsch) 
Mitten unter deinen Schmerzen
blicktest tröstend du herab
auf den Freund, der deinem Herzen,
Jesu, neues Leiden gab.
Da noch zeigt sich dein Gemüte
reich an göttlich grosser Güte:
es vergisst den eignen Schmerz;
für den Freund nur sorgt dein Herz.

Ihn vom Falle zu erheben,
blickst du ihn voll Mitleid an,
sagst im Blick: "Es ist vergeben;
sei an Mut und Treu' ein Mann!
und, zu deines Meisters Ehre
gieb durch deinen Fall die Lehre,
daß der Starke leicht auch fehlt,
wenn auf eig'ne Kraft er zählt!"

O, was fühlt dein Freund für Leiden
bei dem liebevollen Blick!
Sonst gab solch ein Blick ihm Freuden;
jetzt bleibt tiefer Schmerz zurück,
daß er seinen Herrn beleidigt,
dessen Huld ihn selbst verteidigt,
dem er treu zu sein verhiess,
wenn ihn alle Welt verliess.

Tränen bittrer Reue fliessen
nun von seinem Angesicht,
und es schämt, sie zu vergiessen,
sich gerührt der Jünger nicht.
Er enteilet dem Getümmel,
flehet reuig zu dem Himmel,
daß ihm Gott die Schuld verzeih'
und im Schwachen mächtig sei.

Deinem Freunde bin ich ähnlich,
ach, erbarm' auch meiner dich!
Sieh', ich flehe bang und sehnlich:
stärke, leite, bessre mich!
Stets auf deinem Pfad zu wandeln,
liebevoll, wie du, zu händeln,
sterbend noch dir treu zu sein,
dies sei meine Lust allein.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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