Frühlingstraum
Language: German (Deutsch) 
Heimlicher Liebe Pein
fliehet des Tages Schein,
heimlicher Liebe Glück
fliehet des Mondes Blick;
will nicht verraten sein,
flieht in sich selbst hinein.

Heimlicher Liebe Qual
fliehet der Sonne Strahl,
heimlicher Liebe Freud'
flieht in die Einsamkeit;
will nicht verraten sein,
flieht in sich selbst hinein.

Still war es ringsumher,
kein Lauscher störte mehr,
Nachtschatten blühete,
Leuchtkäfer glühete,
du lagst in meinem Arm,
mir war so wonnig warm.
Dein Hauch berauschte mich,
stürmisch umschlang ich dich
und flehte: Sträub' dich nicht,
hör', was die Liebe spricht!

Du blicktest hold mich an,
nicktest Gewährung dann,
botest die Lippen mir,
beseligt schwelgten wir
in heißer Liebeslust,
liebkosend Brust an Brust.

Als früh der Morgen tagt',
hatt'st du mir nichts versagt.
Selig den Göttern gleich
fühlt' ich mich froh und reich
im weiten Erdenraum,
doch ach - es war ein Traum!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-11-17
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Word count: 138