by Anonymous / Unidentified Author
Die heimliche Linde
Language: German (Deutsch)
Es grünt eine Lind' im verschwiegenen Wald, die kennen nur ich und noch Einer, da zieht es mich hin mit geheimer Gewalt, warum? Das ergrübelt wohl keiner Den Tag vor dem Scheiden, als rosig die Glut der Sonn' in dem Abend verglommen, da haben wir beide mit traurigem Mut den Weg nach der Linde genommen. Und als ich hier schluchzend den Trauten umfing und bat, dass er treu mir verbliebe, da gab er mir diesen verlobenden Ring zum Pfande beständiger Liebe. Ich schenkt' ihm beim Scheiden ein Messer von Gold, worauf sich zwei Herzen umschlingen; da bat er: Auch du sei getreu mir und hold, so wird, was wir wünschen, gelingen. D'rauf schnitt der Geliebte mit bebender Hand die Namen von uns in die Linde, umher ein verschlungenes deutendes Band, das grub er wohl tief in die Rinde. D'rum zieht mich zum Plätzchenmit süßer Gewalt tagtäglich ein himmlisches Sehnen. O kehre, mein Trauter o käm' er doch bald und trocknete endlich die Tränen!
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Peter Joseph Lindpaintner (1791 - 1856), "Die heimliche Linde" [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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