by Hermann Kurz (1813 - 1873)

Trinklied im Frühling
Language: German (Deutsch) 
Der Himmel lacht und heitre Lüfte spielen,
der Frühling kehrt zurück in seiner gold'nen Pracht;
mit lautem Jubelsang wird hier im Kühlen
der schönen Zeit ein volles Glas gebracht.
Die Treu' verklärt die fröhlichen Gesichter,
die Freude thronet hier im Königshaus;
die Lieb' entflammt die hellen Frühlingslichter
und spannt den Bogen drüber aus.

In roter Glut die Goldpokale funkeln,
die Sonne schaut mit Lust nach ihrem Kind, dem Wein,
und Geistertöne klingen durch die dunklen
Gewölbe dieser Blütenbäume drein:
O seht die Schar der kleinen Geister lauschen,
die in der Tiefe sich mit holdem Feuer tränkt!
Wo ihres Meeres wild'ste Fluten rauschen,
da sei die ganze  Seele drein versenkt.

Der Strom des Lebens mag hinunterquellen,
wenn nur die Trauben stets an seinem Ufer glüh'n,
und süße Augen auf die dunklen Wellen
verklärend ihre Sonnenblicke sprüh'n:
Drum, wenn am Himmel heitre Lüfte spielen,
der Frühling wiederkehrt in seiner gold'nen Pracht,
wird unter hellem Jubelsang im Kühlen
der schönen Zeit ein volles Glas gebracht.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Bertram Kottmann

Text added to the website: 2004-06-13 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:02:07
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Word count: 162