Vorbei
Language: German (Deutsch) 
Süßes Bild!  Willst du nicht lassen 
Mir zu kommen?  nie erblassen?  
Und du hast mich doch verlassen! 
Kann dich nimmer, nimmer hassen. 
Ach!  Du zog'st, ob ich dir treu, 
Mir vorbei.  

Tage, wo in hohen Lüften  
Meine Horen glühend schifften 
Auf der Liebe Rosen-Düften, 
Erde schwand mit ihren Klüften, 
Tage!  ewig lieb und neu, 
Seid vorbei.  

Seit ich von euch scheiden müssen 
Keine Freuden mehr mich grüßen,   
Und die Stunden trüb' hinfließen. 
Armes Herz!  bist tief zerrissen. 
All' mein Leben ist entzwei 
Und vorbei.  

Kehrst mich nicht mehr, holder Frieden!  
Denn vergiftet sind die Blüthen. 
Schließ't euch, Augen!  die ihm glüh'ten. 
Öffne Grab!  mich zu umfrieden.   
Mein Gesang ist Schmerzens-Schrei. 
Bin vorbei. 

Confirmed with Georg Friedrich Konrad Ludwig Gerstenbergk, Phalänen, Leipzig: J. F. Gleditsch, 1817, pages 264 - 265.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-05-03
Line count: 24
Word count: 112