by Heinrich Elmenhorst (1632 - 1704)

Geduld in Trübsal
Language: German (Deutsch) 
Stell', o Herz, dein Trauren ein,
Lass all deine Leiden
Auf den Herrn geworfen sein,
Bald kann er's entscheiden.
Quäle dich nur selber nicht,
Wenn dir Menschenhülf' gebricht,
Gott wird dich nicht lassen.

Selber hat er alle Last
Auf dich hingeleget;
Wenn du keine Kraft mehr hast,
Ist er's, der es träget.
Wie's nicht kömmt von ohngefähr,
So soll's werden nicht zu schwer,
Gott wird tragen helfen.

Deine Stärke weiß er wohl,
Auch dein schlecht Vermögen;
Denke nicht, dass Unfall soll
Sich ohn' ihn erregen.
Merk', er schlägt auch nicht zu viel,
Hält im Strafen Maß und Ziel,
Nicht zu schwer soll's werden.

Fragest du dein Fleisch und Blut,
Das erwecket Schmerzen,
Meinet, was Gott bei dir tut,
Komm' aus bitter'm Herzen.
Anders aber lehrt sein Wort;
Treibe Fleischesdenken fort,
Folge Gottes Willen.

Gottes Wort versichert dich,
Wo Gott herzlich liebet,
Dass er da verberge sich
Und Betrübnis gibet,
Dass sein rauher Nordenwind
Züchtiget das liebe Kind,
So Gott aufgenommen.

Gott ist bei uns in der Not,
Nicht soll von ihm trennen
Dich der herbe Leibestod,
Nicht der Welt ihr Rennen,
Ihre Feindschaft, Gall' und Neid,
Nicht der Satan, Nicht das Leid;
Gott will ewig lieben.

Und dieweil er bei dir ist,
Kann dich nichts verderben,
Weil du Gott ergeben bist,
Muss das Kreuz erwerben
Dir das Kleinod der Geduld.
Prüf' und hoff' auf Gottes Huld,
Du wirst nicht zuschanden.

Weigre dich deswegen nicht,
Wenn dein Gott dich schläget;
Gott ist's, der zerstößt und bricht
Und auch Pflaster leget,
Dass er heile, was zerschellt;
Denke nur: Wie's Gott gefällt,
Will ich's gern erdulden.

Warum nagest du denn ab
Deine Kraft mit Grämen?
Eilest selber in dein Grab;
Kannst dennoch nicht nehmen
Von dir, was Gott auferlegt,
Kannst nicht arzten, was er schlägt;
Gott allein muss helfen.

Ob du lange traurig bist,
Gram wird nicht geringer;
fasse Mut, dein Helfer ist
Gott, der Weltbezwinger.
Er, der freudenreiche Gott,
Will, dass wir die Not und Spott
Noch für Freuden achten.

Unser'm Fleische tut es weh',
In Anfechtung fallen;
Gott weiß, wie es sämtlich geh',
Leget auf uns allen
Alle Last und schweres Joch,
Drum mein Herz, entschließ dich doch:
Ich will fröhlich leben.

Eitel Freude sollen sein
All' Anfechtungsplagen,
Sind doch tausend Brüderlein,
So dergleichen tragen,
Und für ihnen allen ist
Mein herzliebster Jesus Christ,
Der das meist' empfunden.

Aller Kreuz ist Christi Deck',
Drin er sich verkleidet.
Er erkennt, worin ich steck',
Wie die Welt mich neidet.
Auch er rufet mir ja zu:
Ich, dein Herr, du Knecht; willt du
Besser als ich werden?

Nu, mein Herr! Dein Kreuzesbild
Fass' ich in Gedanken,
Und wie du mich haben willt,
Lauf' ich deine Schranken!
Durch Geduld, dir lauf' ich nach,
Jesu, zeuch' zu dir mich: Ach,
Zeuch' zu dir mich, Jesu!

Lass, Herr, deinen Freudengeist
Mir in meiner Seele,
Der mich aus dem Trauren reißt,
Wo ich sonst mich quäle.
Gott! Ich harr' auf dich, mein Hort!
Traurig leb' ich fort und fort,
Aber allzeit fröhlich.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-06-01
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