by Gottlob Wilhelm Burmann (1737 - 1805)

Hans und Hanne
Language: German (Deutsch) 
Hans:
 Heyda lustig! Ich bin Hans!
 Und bin ohne Sorgen
 Freuden eines braven Mann's,
 Fühl ich heut und Morgen.
 Schulz und Amtmann
 sind mir gut,
 Schöppen und Gerichte
 Nennen mich ein ehrlich Blut,
 Und das hat Gewichte.

Hanne:
 Hans ist mein! Was will ich mehr?
 Ich bin seine Hanne
 O ich lieb ihn gar zu sehr!
 Denn was fehlt dem Manne
 Fleiß und Arbeit krönen ihn,
 Und ein guter Name,
 Hans und Kinder seh' ich blühn:
 Fehlt mir mehr zur Dame?

Hans:
 Meine Frau ist Kronen wert
 Vivat meine Hanne!
 Was ihr Mann von ihr begehrt,
 Gibt sie ihrem Manne.
 Zwar sie brachte mir nichts zu
 Als ein Herz voll Treue:
 Aber braucht man mehr
 zur ruh?
 Mehr, dass man sich freue.

Hanne:
 Unser liebes kleines Haus
 Schwankt von sanften Festen!
 Sieht mein Haus nur freundlich aus,
 O dann gleicht's Palästen!
 Kinder tanzen um uns her,
 Die uns Gott gegeben;
 Er und ich, und ich und er
 Sind uns Welt und Leben.

Hans:
 Unter Arbeit und Gebet
 Schwinden meine Stunden
 Was man fröhlich thut, geräth
 Und wird kaum empfunden.
 Arbeit macht den Lebenslauf
 Noch einmal so munter
 Froher geht die Sonne auf,
 froher geht sie unter.

Hanne:
 Wohl mir, dass ich Hanne bin,
 Und dass Hans mich liebet!
 Unmuth her, und Unmuth hin!
 Mich macht nichts betrübet.
 Ich will keine Arbeit scheun,
 Die ein Dorfweib schmücket.
 Gattin seyn, und Mutter seyn,
 O dass macht entzücket.

Hans:
 Bin ich nicht ein ganzer Kerl?
 Glücklicher als Städter!
 Meine Hanne meine Perl,
 Sagt mir das beredter,
 Ich mag unsers Edelmanns,
 Rittergut nicht neiden!
 Heyda lustig ich bin Hans
 Und bin voller Freuden!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

This text was added to the website: 2007-07-03
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Word count: 269