Die Göttin süsser Freuden
Language: German (Deutsch) 
Die Göttin süsser Freuden,
Die Nacht, stieg aus dem Meer,
Und auf entschlafnen Heiden
Sang keine Flöte mehr;
Der Mond mit blassem Scheine
Versilberte die stillen Haine. 

Da führte mich die Liebe
Zu meinem Mädchen hin;
Ich fand ihr Aug oft trübe
Von Lieb und Eigensinn,
Und niemals durft ichs wagen,
Ihr was von Küssen vorzusagen. 

Nachlässig hingelehnet
Schlief sie jetzt am Clavier;
Zur Ehrfurcht stets gewöhnet,
Naht ich mich nicht zu ihr;
Doch weckte ihre Wangen
Bald mehr mein zärtliches Verlangen.

Kannst du sie jetzt nicht küssen,
So küssest du sie nie.
Drauf wollt ich mich entschliessen,
Ach!  da erwachte sie.
Nichts konnte mehr mich strafen,  
Sie wird so schön nicht wieder schlafen. 

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Confirmed with Neue Beyträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes, sechster Band, zweytes Stück, ed. by Johann Joachim Schwabe, Bremen und Leipzig: Nathanael Saurmann, 1751, pages 151 - 152; and confirmed with Poetische Schriften von Friedrich Wilhelm Zachariä, dritter Band, neueste Ausgabe, Amsterdam: no publisher, 1767. Appears in Oden und Lieder, pages 77 - 78.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-09-13
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