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by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891)

Die Schlacht bei St. Jakob. Cantate für...
Language: German (Deutsch) 
No. 1. Instrumental-Einleitung.
No. 2. Terzett mit Chor. (Hemmann Seevogel, Tenor; zwei Schweizer Hauptleute, 
Bässe; Chor der Schweizer. Dießeits der Birs, am rechten Ufer.)

Terzett.
  Zurück! zurück! Genügt's euch nicht,
Daß Sancerre's Macht bei Pratteln 
Ihr besiegt? Bei Muttenz Dammartin, 
Und Jeder reiche Beute trug davon? 
  Bis an die Birs, und weiter nicht! 
So habt vor Farnsburg ihr gelobt! 
  Zurück! zurück!

Chor.
  Zurück! zurück! So rufen Memmen nur! 
Mit Ehren gilts zu leben und zu sterben! 
Den Feind zu suchen ist der Schweizer Art, 
Nicht ihn zu fliehn, wie stark er sei!

Duett. (Bässe.)
  Zurück! zurück! Gedenkt des Mords 
Vor Greiffensee, daß Gott an euch 
Nicht räche jenes Blut!

Chor.
  Hört ihr die Feinde spotten überm Fluß!
Wie ihre Stücke dräun, wie stolz der Ritter Schaar, 
Nun uns nach, wer ein Schweizer ist!

Terzett.
  In Gottes Namen denn! Wir sterben mit!
Nie ließ ein Hauptmann seine Schaar allein! 
Wir sterben mit! 

Chor.
  In Gottes Namen denn!
Nun uns nach, wer ein Schweizer ist!

No. 3.  Doppel-Chor. (Chor der Armagnaken, Tenöre; Chor der Sweizer, 
Bässe. Jenseits und dießeits der Birs.)

Chor der Armagnaken.
  Ei! kommt heran, ihr Bauern,
Wir spielen euch eins auf! 
Und lang nicht soll es dauern, 
So kommt ihr all' in Lauf! 
  Wenn unsre Stücke singen 
Das neue Bohnenlied, 
Wie werdet flugs ihr springen 
Zurück durch Busch und Ried! 

Chor der Schweizer.
  Heran nur, arme Gecken,
Die Schweizer halten Stand!
Die Weiber mögt ihr schrecken
Mit Raub und Mord und Brand!
  Treu stehen wir zusammen,
Zusammen bis zum Tod! 
Der Freiheit muß entflammen 
Ein ewges Morgenroth! 

Chor der Armagnaken.
  Merkt auf! Die in der Runde
Nicht geben Fersengeld,
Die reiten wie die Hunde
Zu Schanden wir im Feld!
  Laßt eure Pfeil' im Köcher,er
Den Flamberg lasset ruhn!
Flickt lieber eure Löcher
Am Wamms und an den Schuhn!

Chor der Schweizer.
  Merkt auf! Wer mit der Rechten
Nicht weiter hauen kann,
Wird mit der Linken sechten,
Und stehen seinen Mann!
  Statt aus dem Köcher reißen
Den Pfeil wird aus der Brust, 
Euch Prahler zu zerschmeißen 
In letzter Todeslust!

Chor der Armagnaken.
  Mit Trommeln und Drommeten,
So schreiben wir den Paß! 
Aus Stücken und Muskesten. 
Statt aus dem Tintenfaß! 
  Kehrt heim zu euern Kühen,
So wir zu rathen han: 
Im Stall mag Glück euch blühen, 
Doch nimmer auf den Plan! 

Chor der Schweizer.
  Trotz Trommeln und Drommeten,
Wie klein auch unsre Schaar; 
Trotz Stücken und Musketen, 
Wie wächst sie wunderbar!
  Und sind mit euch die Ritter, 
Mit uns ist Gott, der Herr! 
Und ist kein Sterben bitter 
Dem Land zur Ehr und Wehr! 

No. 4. Recitativ. (Ein Basler Hauptmann, Baß. Auf der Zinne des St. Alban-Thores.)

  Stets neue Schaaren ziehn heran,
Und zahllos bei St. Jakob steht
Des Dauphins Heer!
Wie mag das Häuslein da
Der Eidgenossen widerstehn? --
  Den Unsern wird der Weg verlegt vom Feind,
Umsonst, ach! stürmten sie hinaus!
Schon kehrn sie um! Nun weh der Stadt, 
Geschehen Wunder nicht der Tapferkeit! --
  Ihr Leute drunten! fleht zu Gott, 
Deß Hand allein uns retten kann! 

No. 5. Gebet. (Basler Bürger, Chor. Auf dem Wall.)

  Schwert des Herrn! o fahre nieder, 
Sieh! zu schwach ist unsre Hand! 
Wie den Vätern thu' uns wieder, 
Rett', o rette Stadt und Land! 

No. 6. Duett. (Hemmann Seevogel, Tenor; ein Schweizer Hauptmann,  Baß, verwundet. Jenseits der Birs.)

Tenor.
  Leb wohl, geliebte Stadt,
Mit deinen Thürmen dort am Rhein!

Baß.
  Leb wohl, mein schönes Land,
Mit deinen Flühn im Abendschein!

Tenor und Baß.
  Gott schüße dich!
Gott schirme dich!
Wohl grüß' ich dich zum letzten Mal! --
  Zusammen stehn wir in der Noth! 
Zusammen stehn wir bis zum Tod! 
  So wird's geschehn, 
Daß zu den Eidgenossen einst
In Noth und Todt wird Basel stehn! 
  Leb wohl, geliebte Stadt! 
Mein schönes Land!
(sterbend)
  Leb wohl! leb wohl!
Und schütz' und schirm dich Gottes Hand!

No. 7. Großer Männerchor. Die Schlacht.

  Hinan durch die Fluthen, kaum Einer gen Zehn! 
O Wunder des Muthes, wie nie sie geschehn! 
Trotz Kugeln und Pfeilen, dem Reitervolk all, 
Wie baun von Erschlagnen im Nu sie den Wall!

  Den Morgenstern hoch! durch's Wasser zur Au!
Der Letzte muß sterben und siegen, o schau! 
Den Morgenstern hoch! im schaurigen Brand 
Der Letzte muß sterben, zu retten das Land!

  Sie haben's gehalten, trotz Hochmuth und Spott: 
Die Leiber den Feinden! die Seelen zu Gott! 
Und der ihn gehöhnet auf blutigem Feld, 
Wie fährt ihm der Stein in's Gehirn zum Vergelt!

  Der Feind zieht davon, kaum Einer von Zehn, 
Der Sieger erlegen, wies nie noch geschehn! 
So ward bei St. Jakob geschlagen die Schlacht, 
Die Schlacht, die auf ewig uns Freiheit gebracht!

No. 8. Sopran-Solo und Frauenchor. (Helvetia, Sopran. Auf der Wahlstatt.)

Recitativ.
  Nehmt hin den Kranz!
Vom höchsten Gipfel Alpenrosen drin,
Wie euer Herzblut roth,
Und Edelweiß, den bleichen Schläfen gleich! 
  Nie wird er welk! 
In Gnaden sah der Herr das Opfer an,
Und ewig drum allhier ist heilges Land! --
  Schlaft wohl, vom Siegen müd,
Doch unbesiegt!
Schlaft wohl! schlaft wohl!

Sopran-Solo und Frauenchor.
  Schlaft wohl, schlaft wohl in Gottes Hut,
Auf blutgem Feld gebettet!
Schlaft wohl, schlaft wohl! Durch euern Muth 
Sind Stadt und Land gerettet!

  Schlaft wohl, schlaft wohl! Zu ewgem Bund 
Wird Basel sich verschreiben, 
Dem Schweizerland zu jeder Stund, 
Euch segnend, treu verbleiben!

  Schlaft wohl, schlaft wohl in Gottes Hut, 
Auf blutgem Feld gebettet!
Schlaft wohl, schlaft wohl! Durch euern Muth 
Die Freiheit ist gerettet!

No. 9. Schluß-Chor.
  Nun seit die Heldenschaar gestorben, 
Weiht freudig Jeder Gut und Blut 
Der Freiheit, die sie uns erworben, 
Und traut auf Gott voll Todesmuth!

  Und wer das Leben nicht kann geben, 
Den Vätern gleich, in heißer Schlacht, 
Nimmt freudig doch in allem Streben 
Des Landes Wohl und Ruhm in Acht!

  O Vaterland! dir sei's geschworen:
So lang die Birs noch fließt zum Rhein, 
Sei deine Freiheit nicht verloren! 
Wir alle stehen für dich ein! 

  Und sollt's das Herzblut auch uns kosten, 
Auf deinen Wink steht Jeder da, 
Von Nord und Süd, von West und Osten, 
Zu retten dich, Helvetia!

Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 285-293.


Text Authorship:

  • by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Die Schlacht bei St. Jakob. Cantate für Männerchor, Soli, Frauenchor und Orchester.", appears in Liederbuch, in 4. Vaterlandslieder, no. 317 [author's text checked 1 time against a primary source]

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):

    [ None yet in the database ]


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