by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891)
Im Rathhausgarten
Language: German (Deutsch)
Was blüht im Rathhausgarten, Ihr Röslein noch so frisch, Und blickt ihr voll Erwarten Hinan so träumerisch? Ist längst doch schon vermodert Die Hand, die euch begoß, Was glüht ihr doch und lodert, Und treibt ihr Schoß um Schoß? Aus niederm Bogen blicken Die Fenster trüb und blind, Und vom Gesimse nicken Nur Gräser, ach! im Wind. Kein Antlitz will sich zeigen Wie ihr so frisch und hold, Was müßt ihr doch euch neigen Gluthroth im Abendgold? Ja, Röslein, Menschentreue Verblüht und währt nicht lang, Ach! ihr nur blüht auf's neue Wie einst im selben Drang! Ach! ihr nur flüstert leise Im dufterfüllten Raum Mir zu die alte Weise, Daß Lieb' und Treu kein Traum.
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 372-373.
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Im Rathhausgarten", appears in Liederbuch, in 6. Romanzen, no. 396 [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
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