by Georg Rudolf Weckherlin (1584 - 1653)

Deutsche Sprüche von Leben und Tod 
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): FIN
Alles auf Erden
stets mit Gefährden
des Falls sich wendet,
hin und her ländet.

Auch Sonn, Mond und Sterne
Wittrung bewähren
samt den Jahrzeiten
Unbeständigkeiten.

In Gottes Händen
alls steht zu enden:
sein wir geduldig
erwarten schuldig.

Gedenk mit nichten
dich bständig z'richten
in die Welt gfährlich
drin nichts beharrlich.

Wenn sich erschwinget
das Glück, dir g'linget,
tu nit drauf bauen,
ihm z'viel vetrauen.

So überfallen
dich Trübsals Qualen,
sei nit kleinmütig,
murrend, ungütig.

Was jetzt im Laufen
liegt bald zu Haufen,
das kann sich schicken
all Augenblicken.

Weil dann so unsteht
dies Schiff der Welt geht,
so laßt uns denken,
wohin zu lenken.

Wir Menschen reisen
gleich armen Waisen,
die sind mit Sorgen
ungewiß, wo morgen.

Heint frisch, wohlmächtig,
gsund, schön und prächtig:
morgen verdorben,
tot und gestorben.

Wir wöllen kehren
zu Gott dem Herren,
uns nach seim Gfallen
richten in allem.

Ihn fürchten, lieben,
sein Wort stet üben.
Er wird erbarmen
sich unser Armen.

Sein Gnad und Güten
wird uns behüten,
trösten, entbinden
von unsern Sünden.

Sein Hand wird retten
aus allen Nöten:
wir leben, sterben,
jetzt nit verderben.

Nach diesem Leiden
er ewig Freuden
uns schenkt ohnfehlig.
Dann sind wir seelig.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Saksalaisia säkeitä elämästä ja kuolemasta", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2009-12-15
Line count: 60
Word count: 194