possibly by Karl Franz von der Goltz, Freiherr (1740 - 1804)

Edwina
Language: German (Deutsch) 
Es treibt mich fort, mit Trauerschwingen folgt,
Nattern gleich, Erinn'rung nach.
Nichts kann die Ruh' mir wieder bringen
Nichts; die Furie bleibt immer wach.

Die Stürme brausen.
Wolken ziehen, es wankt 
mein Fuß am Wogenmeer,
zu Lethes Ufer möcht' ich [ziehen]1.

Edwina, ach! Edwina liebt mich nicht mehr.

Fluch euch, ihr jugendlichen Haine;
Fluch dir, Natur, so sanft und mild,
in eurem lieblichen Vereine 
seh' ich nur der Verlor'nen Bild

O schwingt! ihr süßen Harmonien,
der frohen Waldbewohner Schaar,
es tönt in euren Melodien verliebend,
was liebend mir Edwina war.

Verbirg dein Strahlenhaupt, o Sonne,
Hüll' es in meiner Schwermuth Nacht,
gleich deinem Blick, voll sanfter Wonne,
hat mir Edwina einst gelacht.

Zerbrich mein Schmerz der Seele Hülle
erlösche meines Geistes Licht,
umarme mich, du Grabesstille,
denn ach! Edwina liebt mich nicht.

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Can be found in Taschenbuch für das Jahr 1811, Liebe und Freundschaft gewidmet, Frankfurt am Mayn, 1810. Note: Gerson's score indicates only "Franz von der Golz"; in a review of this publication, Jenaische allgemeine literatur-zeitung vom Jahre 1810, Vol. 4, the poet is described as “ein bey Stralsund gebliebener ehemaliger preussischer Officier”.

1 Gerson: "fliehen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2014-04-20
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