Weihnachtsgruss
Language: German (Deutsch) 
Verhallt sind längst die frohen Lieder,
dir uns der holde Lenz verlieh'n;
Nun trägt die weite Erde wieder
den winterlichen Hermelin,
ein Schneegewand auf Busch und Hecke,
auf Thal und Hügel, Strom und Land.

Kristallen blinkt des Eises Decke,
die ausgebreitet Gottes Hand.
Und Nebel senken sich und steigen
Und finstre Schatten hüllen sacht die Welt,
die Welt in kaltes, totes Schweigen,
in tiefe winterliche Nacht.

Dem Dunkel floh des Mondes Schimmer,
der Sternlein Licht am Himmelszelt;
und nur der Schnee mit bleichem Flimmer
dem Wandrer schwach den Pfad erhellt.

Da plötzlich durch der Wolken Dunkel
Ein heller Stern die Bahn sich bricht!
Und wunderbar ist sein Gefunkel,
in Majestät erglänzt sein Licht!
Und horch ein Flüstern und ein Rauschen
fernher geheimnisvoll erklingt!

Der Wandersmann hält an zu lauschen
Und heil'ge Andacht ihn durchdringt.
Der eh'rne Mund der Feierglocken
Des nahen Dorfes tönend spricht
Mit süss melodischem Frohlocken:
Vom Heil der Welt und seinem Licht!

Und sieh! Schon regt sich's allerwegen:
Aus Haus und Hütte durch die Nacht
Grüsst glückverheissend ihm entgegen
Der Christnachtkerzen gold'ne Pracht.
Und freudig heisset man willkommen
im Vaterhaus als Weihnachtsgast
den Wandrer der den Weg genommen
zur heimatlichen Sabbatrast.

Zu dir, o Nacht, du einzig hehre,
der Engel Grüssen ladet ein:
Gott in der Höh' soll Lob und Ehre
Und Friede allen Menschen sein!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Frank Rauchenecker

This text was added to the website: 2011-05-02
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