Zur heiligen Nacht
Language: German (Deutsch) 
Senkst du wieder
dich hernieder,
heil'ge Nacht, ins Erdental?
Bricht hervor aus deinen Gründen,
Opferflammen zu entzünden,
wieder deines Lichtes Strahl?

Neues Leben
willst du geben
der in Frost erstarrten Welt;
einen Frühling willst du wecken,
willst des Friedens Palme strecken
übers kampfdurchtobte Feld.

Hört ihr's klingen?
Hört ihr singen
froher Boten große Zahl?
Heute noch wie einst vor alters
stimmen an sie ihres Psalters
weihevollsten Festchoral:

„Herr, dich preisen
uns're Weisen,
der du thronst in Himmelshöh'n!
Denn du hast den Sohn gesendet,
dass der Menschen Not sich wendet,
und sie deine Gnade seh'n!

Sel'ge Kunde,
die von Munde
nun zum Munde weiter schallt
und in die verzagten Herzen,
lindernd Angst und Furcht und Schmerzen,
senkt des Trostes Allgewalt.

Wer's vernommen,
möge kommen
und sich seines Heilands freu'n.
Ja, zur Krippe ohn' Verweilen
mit den Hirten lasst uns eilen,
ihm der Seele Dank zu weih'n.

Herr, dir neigen.
Herr, dir beugen
sich in Andacht Herz und Fuß;
lass, so lange wir hier wallen,
immer wieder uns erschallen
deiner Liebe Himmelsgruß.

Und zieht leise
ihre Kreise
einst um uns die letzte Nacht,
dann, Herr, löse von selbst die Bande,
führ' uns aus dem Pilgerlande
in der Heimat lichte Pracht!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-09-05
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