by Leopold Hofmann (1738 - 1793)

Die Nacht
Language: German (Deutsch) 
Schon deckt die Nacht, vom starrem Frost begleitet,
Das Land mit toter Stille zu,
Der Lärm, den Müh und Lust auf Stadt und Dorf verbreitet,
Verstummt und weicht der süßen Ruh!

Schon schläft der Geiz, von wachen Sorgen müde,
Voll Angst zu bangen Träumen ein;
Vor seinen Schätzen flieht Gelassenheit und Friede,
Und eilt, den Landmann zu erfreu'n.

Ihm schließt der Schlaft nach hartem Taggeschäfte
Den muntern, ungetrübten Blick;
Und stählt zu neuen Fleiß ihm seine müde Kräfte,
Zeigt träumend ihm der Unschuld Glück.

Und steigt der Tag aus dem entfernten Meere
Mit neuem Rosenglanz herauf;
So wecken ihn entzückt der Lerchenfrohe Chöre!
Zu neuer Lust und Arbeit auf.

Sein Leben fließt, entwölkt von eitlen Sorgen.
Ihm zwischen Lieb und Arbeit hin;
Und wie im Frühling der jugendliche Morgen,
Lacht freudenvoll sein muntrer Sinn.

Ha! lebt er nicht zufriedener und weiser?
Fühlt er nicht größre Seelenruh
Als all ihr Mächtigen, sag, König oder Kaiser!
Ist er nicht glücklicher als du?

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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