Die Blumen
Language: German (Deutsch) 
Entblättre nicht die lieben Rosen,
Die deines Garten Flur dir zieren;
Mit ihren Blüthen magst du kosen,
Sie werden nicht den Duft verlieren.

Mit Liebe sollst du stets sie pflegen,
Und blühend werden sie dich lieben;
Es ist des Himmels schönster Segen,
Wenn uns die Blumen treu geblieben.

So lang im Feuerbrand des Lebens
Die keuschen Farben nicht verblichen,
So lang der Erdenwurm vergebens
An ihre Blätter sich geschlichen:

So lange mag dein Herz sich weiden
An ihrer Hülle reinem Schimmer!
Kurz ist die Frist -- und wenn sie scheiden,
Bedenk' es wohl: sie kehren nimmer.

Und aufwärts mit des Zephyr's Lüften,
Siehst klagend du die Geister schweben,
Dir bleibt von den entschwundnen Düften,
Ein welkes, blüthenleeres Leben!

From Karlsbader Gedenkbuch: Zum 500 jährigen Gründungs-Jubiläum von Karlsbad, Dresden: 1858, ed. by Elfriede von Mühlenfels, p. 132.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2011-09-24
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