Was ist's, daß ich ihn nicht vergessen...
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Was ist's, daß ich ihn nicht vergessen kann,
Daß willenlos erwachend die Gedanken
Nur um den einen, nur um diesen Mann
In träumerischer Seligkeit sich ranken?
Wenn er mir naht, wie laut schlägt meine Brust,
Und meine Wangen, wie sie glühn und brennen!
Die Seele jubelt auf in Himmelslust . . .
An dieser Rose wird er mich erkennen!
 
Ich war ein Kind. Ein Friede hold und mild
Lag wie ein junger Lenz in meinem Herzen
Und täglich vor dem Muttergottesbild
Vergaß ich betend meine kleinen Schmerzen.
Jetzt ist es anders. Glücklich kann ich nie
Und wiederum nicht unbeglückt mich nennen,
Ich bete noch; doch fragt mich nimmer, wie? . . .
An dieser Rose wird er mich erkennen.
 
Er sprach: Wirst heute du ein Roslein roth
Am Busen tragen, soll es mich bedeuten,
Daß auch die Lieb' in deinem Herzen loht
Und du die Meine bist für alle Zeiten.
Die Blume trag' ich an verschwiegner Brust
Und was die Lippen sagen nicht und nennen,
Das Alles nennt und sagt sie unbewußt . . .
An dieser Rose wird er mich erkennen.

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Confirmed with Gedichte von Eduard Kauffer, Leipzig: Theodor Thomas, 1850, pages 13-14


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2016-08-15
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