by Feodor Franz Ludwig Löwe (1816 - 1890)

Der Sänger hält im Feld die Fahnenwacht
Language: German (Deutsch) 
Der Sänger hält im Feld die Fahnenwacht,
In seinem Arme ruht das Schwert, das scharfe,
Er grüßt mit hellem Lied die stille Nacht
Und [schlägt]1 dazu mit blut'ger Hand die Harfe:
„Die Dame, die ich liebe, nenn' ich nicht;
Doch hab' ich ihre Farben mir erkoren.
Ich streite gern für Freiheit und für Licht,
Getreu der Fahne, der ich zugeschworen.“

Die Nacht verrinnt, Kampf bringt der junge Tag,
Der Sänger will nicht von der Fahne weichen.
Es blitzt sein Schwert; doch ist's ein Blitz und Schlag,
Und singend schlägt er Lebende zu Leichen:
„Die Dame, die ich liebe, nenn' ich nicht;
Kommt nur heran, die Brust mir zu durchbohren,
Ich [streite]2 gern für Freiheit und für Licht,
Getreu der Fahne, der ich zugeschworen.“

Der Tod ist satt, gewonnen ist die Schlacht,
Aus tiefen Wunden strömt des Sängers Leben,
Auf seiner Fahne, die er treu bewacht,
Hört man ihn sterbend noch das Lied erheben:
„Die Dame, die ich liebte, nenn' ich nicht,
Mein Leben ist, die Ehre nicht verloren.
Ich stritt und fiel für Freiheit und für Licht,
Getreu der Fahne, der ich zugeschworen.“

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Confirmed with Commersbuch der Tübinger Hochschule, Dritte Auflage, Tübingen, Verlag von J. J. Heckenhauer, 1871, pages 358-359, no. 275.

1 some editions of Lindpaintner: "spielt"
2 Lindpaintner: "sterbe"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Set in a modified version by Johann Wenzeslaus Kalliwoda.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Andrew Schneider [Guest Editor]

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