Ewig dein
Language: German (Deutsch) 
Der Lenz ist da, der schöne Fant,
Er ziert und schmücket alles Land,
Er weckt in Wald und Feld und Luft
Der Vögel Lied, der Blumen Duft;
Voll Sehnsucht muß ich fern dir sein:
Und ich bin ewig, ewig dein! 

Da steh' ich unterm Apfelbaum,
Er streut aufs Haupt mir Blütenflaum;
Ich pflücke rasch sein erstes Blatt,
Es ist von jungem Grün so satt;
Mit flücht'gen Zügen schreib' ich drein:
Und ich bin ewig, ewig dein!

Dort schießt die Schwalbe hin in Eil',
Ein leichtbeschwingter Frühlingspfeil; 
Sie senkt sich aus den Lüften tief,
Ich geb' ihr meinen grünen Brief,
Daß er dich grüß' am fernen Rhein:
Und ich bin ewig, ewig dein! 

Wenn sich mein Vogel niederschwingt,
Und dir die frohe Botschast bringt,
Dann stehst du wol im Gartenland,
Zerpflückst die Blumen mit der Hand,
Und fragest sie: Gedenkt er mein?
Und ich bin ewig, ewig dein!

Confirmed with Dichtungen eines Rheinischen Poeten, Band 1: Mein Herz ist am Rheine. Liederbuch von Wolfgang Müller von Königswinter, Vierte vermehrte und verbesserte Auflage, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1871, p. 147.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2012-05-08 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:04:54
Line count: 24
Word count: 147