Soldatenabschied
Language: German (Deutsch) 
Weine nicht, mein süßes Leben,
reiche heiter Kuss und Hand!
Ewig bleib' ich dir ergeben,
doch jetzt muss ich [fürder]1 streben, 
denn mich ruft das Vaterland.

Sie, die weißen Fahnen wallen,
und die Trommel wirbelt schon,
helle Siegesweisen schallen;
Vaterland, es rufet allen,
freudig folget jeder Sohn.

Gab mein Vater mir den Degen,
band ihn mir die Mutter um,
deine Schärpe allerwegen
deckt mein Herz - o reicher Segen,
leitet mich zum Heldentum.

Also lass mich fröhlich reiten
und befolgen Herz und Pflicht.
Gott vom Himmel wird mich leiten,
in der Weiten für mich streiten,
Gott verlässt die Seinen nicht.

Unser Land darf nicht verderben,
Heimat ist die beste Lust;
für sie schirmen, für sie werben,
für sie leben, für sie sterben
will ich froh mit starker Brust.

O, es gibt nicht Lieb' und Leben,
Liebchen, ohne Vaterland!
Ewig bleib' ich dir ergeben -
weine nicht - jetzt lass mich streben
für das deutsche Vaterland.

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1 Marschner: "weiter"

Note for stanza 6, line 4 - Marschner's score has "sterben" instead of "streben", but this is clearly a typo.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-02-29
Line count: 30
Word count: 155