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The LiederNet Archive

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Fünf Lieder nach Gedichten von Ludwig Uhland für 1 Singstimme mit Pianoforte

Word count: 721

Song Cycle by Richard Georg Strauss (1864 - 1949)

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1. Auf ein Kind [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE

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  • ENG English [singable] (Florence T. Jameson)
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À un enfant", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Aus der Bedrängnis, die mich wild umkettet,
Hab ich zu dir mich, süßes Kind! gerettet,
Damit ich Herz und Augen weide
An deiner Engelfreude,
An dieser Unschuld, dieser Morgenhelle,
An dieser ungetrübten Gottesquelle.


Submitted by John Versmoren

2. Des Dichters Abendgang [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE

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  • ENG English (Joel Ayau) , "Of the poet's evening walk", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La promenade vespérale du poète", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission


Ergehst du dich im Abendlicht, --
Das ist die Zeit der Dichterwonne --
So wende stets dein Angesicht
Zum Glanze der gesunknen Sonne!
In hoher Feier schwebt dein Geist,
Du schauest in des Tempels Hallen,
Wo alles Heil'ge sich erschleußt
Und himmlische Gebilde wallen.

Wann aber um das Heiligthum
Die dunkeln Wolken niederrollen:
Dann ist's vollbracht, du kehrest um,
Beseligt von dem Wundervollen.
In stiller Rührung wirst du gehn,
Du trägst in dir des Liedes Segen;
Das Lichte, das du dort gesehn,
Umglänzt dich mild auf finstern Wegen.


Confirmed with Uhland, Ludwig: Gedichte, Stuttgart u. a., 1815, page 9.

Modernized spelling would change "erschleußt" to "erschließt" and "Heiligthum" to "Heiligtum"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

3. Rückleben [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Living in the past", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Retour en arrière", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission


An ihrem Grabe kniet' ich festgebunden
Und senkte tief den Geist in's Todtenreich.
Zum Himmel reichte nicht mein Blick, es stunden
Des Wiedersehens Bilder fern und bleich.
Da so ich vorwärts Grauen nur gefunden,
Vergangne Tage, flüchtet' ich zu euch;
Ich ließ den Sarg des Grabes Nacht entheben,
Zurück sie tragen in das schöne Leben.

Schon huben sich die bleichen Augenlider,
Ihr Auge schmachtete zu mir empor;
Bald strebten auf die frischverjüngten Glieder,
Sie schwebte blühend in der Schwestern Chor;
Der Liebe goldne Stunden traten wieder,
Selbst mit des ersten Kusses Lust, hervor:
Bis sich verlor ihr Leben und das meine
In sel'ger Kindheit Duft und Morgenscheine.


Confirmed with Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, ed. Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], pages 101-102.


Submitted by Alberto Pedrotti and Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Einkehr [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Stopping at an inn", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Halte", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Bei einem Wirte, wundermild,
Da war ich [jüngst zu Gaste]1,
Ein gold'ner Apfel war sein Schild
An einem [langen]2 Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
Bei dem ich eingekehret,
Mit [süsser]3 Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
Viel leichtbeschwingte Gäste;
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett zu süsser Ruh
Auf weichen grünen Matten;
Der Wirt, er deckte selbst mir zu
Mit seinem [kühlen]2 Schatten.

Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit,
Da schüttelt' er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
Von der Wurzel bis zum Gipfel.


View original text (without footnotes)
1 Burgmüller: "einst zu Gast"
2 R. Strauss, 1871: "grünen" [corrected by his father on the manuscript]
3 R. Strauss, 1871: "frischer" [corrected by his father on the manuscript]

Submitted by Peter Donderwinkel

5. Von den sieben Zechbrüdern [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "About the seven drinking brothers", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sept frères soiffards", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission


Ich kenne sieben lust'ge Brüder,
Sie sind die durstigsten im Ort;
Die schwuren höchlich, niemals wieder
Zu nennen ein gewisses Wort,
In keinerlei Weise,
Nicht laut und nicht leise.

Es ist das gute Wörtlein Wasser,
Darin doch sonst kein Arges steckt.
Wie kommt's nun, daß die wilden Prasser
Dies schlichte Wort so mächtig schreckt?
Merkt auf! Ich berichte
Die Wundergeschichte.

Einst hörten jene dürst'gen Sieben
Von einem fremden Zechkumpan,
Es sei am Waldgebirge drüben
Ein neues Wirthshaus aufgethan,
Da fließen so reine,
So würzige Weine.

Um einer guten Predigt willen
Hätt' keiner sich vom Platz bewegt;
Doch gilt es, Gläser gut zu füllen,
Sind die Bursche gleich erregt.
« Auf, lasset uns wandern! »
Ruft einer dem andern.

Sie wandern rüstig mit dem Frühen,
Bald steigt die Sonne drückend heiß,
Die Zunge lechzt, die Lippen glühen,
Und von der Stirne rinnt der Schweiß.
Da rieselt so helle
Vom Felsen die Quelle.

Wie trinken sie in vollen Zügen!
Doch als sie kaum den Durst gestillt,
Bezeugen sie ihr Mißvergnügen,
Daß hier nicht Wein, nur Wasser quillt:
« O fades Getränke!
O ärmliche Schwenke! »

In seine vielverwobnen Gänge
Nimmt jetzt der Wald die Pilger auf;
Da stehn sie plötzlich im Gedränge,
Verworrnes Dickicht hemmt den Lauf.
Sie irren, sie suchen,
Sie zanken und fluchen.

Derweil hat sich in finstre Wetter
Die schwüle Sonne tief verhüllt;
Schon rauscht der Regen durch die Blätter,
Es zuckt der Blitz, der Donner brüllt;
Dann kommt es geflossen,
Unendlich ergossen.

Bald wird der Forst zu tausend Inseln,
Zahllose Ströme brechen [vor]1;
Hier hilft kein Toben, [hilft]2 kein Winseln,
Er muß hindurch, der ed'le Chor.
O gründliche Taufe!
O köstliche Traufe!

Vor Alters wurden Menschenkinder
Verwandelt oft in Quell und Fluß;
Auch unsre sieben armen Sünder
Bedroht ein gleicher Götterschluß.
Sie triefen, sie schwellen,
Als würden sie Quellen.

So, mehr geschwommen als gegangen,
Gelangen sie zum Wald hinaus;
Doch keine Schenke sehn sie prangen,
Sie sind auf gradem Weg nach Haus;
Schon rieselt so helle
Vom Felsen die Quelle.

Da ist's, als ob sie rauschend spreche:
« Willkommen, saubre Brüderschaar!
Ihr habt geschmähet, thöricht Freche,
Mein Wasser, das euch labend war.
Nun seid ihr getränket,
Daß ihr daran denket!»

So kam es, daß die sieben Brüder
Das Wasser fürchteten hinfort,
Und daß sie schwuren, niemals wieder
Zu nennen das verwünschte Wort,
In keinerlei Weise,
Nicht laut und nicht leise.


View original text (without footnotes)
1 Strauss: "hervor"
2 Strauss: "hier hilft"

Submitted by Alberto Pedrotti

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