Herbstklänge

Song Cycle by Carl Georg Peter Grädener (1812 - 1883)

Word count: 479

1. Alte Träume kommen wieder in dem fernen fremden Land [sung text not yet checked]

Alte Träume kommen wieder
In dem fernen fremden Land,
Und die alten lieben Lieder
Nehm' ich wieder in die Hand.

O ihr schönen Jugendtage,
Wundervolle Frühlingszeit,
Süße Schmerzen, teure Klage,
Jugend - o du Herrlichkeit!

Zwar, was damals uns durchglühte,
Ward zur Tat aus Wunsch und Traum,
Aber lieblich wie die Blüte
Däucht die reife Frucht uns kaum.

Schöner war die trübe Schwüle,
Als die helle Kühle jetzt;
Jene frühen Vollgefühle,
Kennst du was, das sie ersetzt?

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Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Das alte Lied [sung text not yet checked]

Es war ein alter König,
sein Herz war schwer, sein [Haupt]1 war grau;
der arme alte König,
er nahm eine junge Frau.

Es war ein [schöner]2 Page,
blond war sein Haupt, leicht war sein Sinn;
er trug die seid'ne Schleppe
der jungen Königin.

Kennst du das alte Liedchen?
Es klingt so süß, es klingt so trüb!
Sie mußten beide sterben,
sie hatten sich viel zu lieb.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "There was an old king", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Il était un vieux roi", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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1 Diepenbrock: "Haar"
2 Zemlinsky: "junger"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Klage [sung text not yet checked]

Ach, wozu die langen Tage?
 . . . . . . . . . .

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4. Heimkehr [sung text not yet checked]

In meine Heimath kam ich wieder,
Es war die alte Heimath noch,
Dieselbe Luft, dieselben Lieder,
Und alles war ein andres doch.

Die Welle rauschte wie vorzeiten,
Am Waldweg sprang wie sonst das Reh,
Von Fern erklang ein Abendläuten,
Die Berge glänzten aus dem See.

Doch vor dem Haus, wo uns vor Jahren
Die Mutter stets empfing, dort sah
Ich fremde Menschen, sah ein fremd gebaren;
Wie weh, wie weh mir da geschah!

Mir war, als rief es aus den Wogen:
Flieh, flieh, und ohne Wiederkehr!
Die du geliebt, sind alle fortgezogen
Und kehren nimmer, nimmermehr.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Der Traum [sung text not yet checked]

Ich hab die Nacht geträumet
Wohl einen schweren Traum;
Es wuchs in meinem Garten
Ein Rosmarinenbaum.

Ein Kirchhof war der Garten,
Ein Blumenbeet das Grab,
Und von dem grünen Baume
Fiel Kron' und Blüte ab.

Die Blüten tät ich sammeln
In einen goldenen Krug;
Der fiel mir aus den Händen,
Daß er in [Stücke zerschlug]1.

D'raus sah ich Perlen rinnen
Und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Ach Liebster, bist du tot?

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 J. van Eijken: "Stücken schlug"

Researcher for this text: Alberto Pedrotti

6. Scheidelied [sung text not yet checked]

Das ist ein eitles Wähnen!
Sei nicht so feig, mein Herz!
Gib redlich Tränen um Tränen,
Nimm tapfer Schmerz um Schmerz!

Ich will dich weinen sehen
Zum ersten und letzten Mal!
Will selbst nicht widerstehen,
Da löscht sich Qual in Qual!

In diesem bittren Leiden
Hab ich nur darum Mut,
Nur darum Kraft zum Scheiden,
Weil es so weh uns tut.

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7. Lied der Velleda [sung text not yet checked]

Hagel schmettert,
Sturmentblättert
Rauschen Eichen; 
Aus der Wolke 
Deinem Volke,
Donnergott, o gib ein Zeichen! 

Wölfe finden 
Fährt in Winden,
Furt in Wellen;
Auf, ihr Raben,
Rosse traben -- 
Wagt es wer und naht den Schwellen? 

Schwerter schallen,
Schilde prallen,
Jungfrau bringen, 
Blut in Locken,
Um den Rocken
Gold'ne Gürtel, gold'ne Schlingen.

Adler sanken,
Segel schwanken,
Todt sind Knechte;
Viel des Herben,
Viel Verderben
Wandte Gott mit starker Rechte.

Fried' im Lande,
Kett' und Bande
Geh'n zu Grunde;
Sieg'sruf tönend,
Berge krönend,
Glüht die Feiernacht im Bunde.

Wehrwolf grabe,
Leichenrabe,
Krächz' am Strom in Hela's Thale:
Und zum Tranke
Geh' das blanke 
Schwert um bei dem Siegesmahle!

Authorship

Note: misattributed to Hebbel in Hofmeister.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]