Die Entsagende : ein Liedercyclus von Carl Beck

Song Cycle by Hans Guido, Freiherr von Bülow (1830 - 1894)

Word count: 471

1. Verbleibst ihm dennoch hold gewogen [sung text not yet checked]

Verbleibst ihm dennoch hold gewogen,
mein Herz, das in der Jugend bricht!
Er hat ja nimmer dich belogen,
Du hast ja gern dich selbst betrogen,
Was du gejubelt, weis er nicht.
 
Dein wonnig Lied, dein scheues Beben,
du hast es ihm ja nie geklagt;
Hast keiner Seele preisgegeben
Dein wundervolles Liebeleben,
Dir's selbst in Räthseln nur gesagt.
 
Kein Gott hat hin mit dir verbündet,
Doch deine Sendung ist bestellt;
Nie hat die Ahnung ihm verkündet,
Wo deines Lebens Quelle mündet.
Du bleibst ihm fremd in dieser Welt!

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Note: according to Lawrence Snyder in German Poetry in Song, Fallen Leaf Press, 1995, Holstein attributes this text to Hugo Staacke. Unless "Hugo Staacke" is found to be a pseudonym of Karl Beck, this is a confirmed misattribution.

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

2. Ach Lust und Leid [sung text not yet checked]

Ach, Lust und Leid! Was ist die Lust
Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust?
Ein Pilger, der, verirrt und matt,
Uns Nachts um Kost und Lager fleht,
Und Morgens, frisch gestärkt und satt.
Ein Undankbarer von uns geht.
Nicht so die großgesäugte Pein:
Die fromme Schwalbe flattert heute
Nach Nahrung aus die Flur hinaus,
Und kehrt mit der errungnen Beute
Noch heute in ihr altes Haus:
So läßt, auf kurze Zeit, der Schmerz
Sein warmes Nest, das Menschenherz,
Und kehrt mit der erjagten Nahrung,
Mit Haß und bitterer Erfahrung,
Ins alte traute Kämmerlein.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Ich glaubte, die Schwalbe träumte [sung text not yet checked]

Ich glaubte, die Schwalbe träumte schon
Vom theuren Nest;
Ich glaubte, die Lerche dachte schon
An's Liederfest;
Ich glaubte, die Blüthen küßte schon
Ein junger West;
Ich glaubte, ich hielte dich liebend schon
Auf ewig fest!
 
Wie wurdet ihr winterlich über Nacht,
Ihr Lüfte lind!
Wie Knospen und Blüthen über Nacht
Erfroren sind!
Wie die Lerche verlernte über Nacht
Ihr Lied geschwind!
Und wie du vergessen hast über Nacht
Dein armes Kind!

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Note: according to Lawrence Snyder in German Poetry in Song, Fallen Leaf Press, 1995, Holstein attributes this text to Hugo Staacke. Unless "Hugo Staacke" is found to be a pseudonym of Karl Beck, this is a confirmed misattribution.

Researcher for this text: Harry Joelson

4. Wenn Gott mir auch vergönnte [sung text not yet checked]

Wenn Gott auch mir vergönnte
Was er so reichlich Dir verlieh:
Wenn ich beglücken könnte --
Ich bliebe Dir, ich schiede nie.

Ich kann den Bann nicht brechen,
Ich geh -- Du kehrst zum Heil zurück,
Und weinend muß ich sprechen:
Fahr hin, Du letztes, schönstes Glück!

Daß Dich ein Engel hüte! 
Auf einen lebensvollen Strauch 
Dich Pflanze, junge Blüte!
Mich ließ mein Schöpfer -- laß mich auch!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Gott hilf! [sung text not yet checked]

Gott, hilf! Gott, hilf!
im Wasser wächst das Schilf:
und ich wachs' in Thränen auf,
o nimm mich, Herr, zu dir hinauf
o hilf! o hilf!
im Wasser wächst das Schilf!
 
Gott, hilf! Gott, hilf!
jed' Lüftchen beugt das Schilf:
Ach, Wind und Wetter beugt mich, ach,
hab' wie das Schilf kein schützend Dach
o hilf, o hilf,
jed' Lüftchen beugt das Schilf!
Gott hilf!

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Researcher for this text: Harry Joelson

6. Wiegst traurig dein Gezweig  [sung text not yet checked]

Wiegst traurig dein Gezweig, o Baum, 
Des Vogels Lied, du hörst es kaum. 
Zu deinen Füßen quillt ein Bach,
Dem Kummer folgt die Thräne nach.
Wann schuf der Weltenlenker oben 
Die erste Trauerweide? sag! 
Als Kain wild den Arm gehoben 
Und Abel stumm im Blute lag. 
Und als in meinen jungen Tagen 
Das Schicksal würgte meine Lust, 
Da wuchsen üppig meine Klagen, 
Die Trauerweiden meiner Brust. 
Es naht der Winter ernst und kalt, 
Man fällt dich, wenig Sommer alt! 
Ich bin die Leiche, du der Schrein, 
Und eine Erde schließt uns ein.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]