by Otto Roquette (1824 - 1896)

Er kam in der Frühe
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Er kam in der Frühe
Wie der Morgenwind,
Nußbraun seine Locken,
Sein Fuß geschwind.
In's Auge die ganze
Seele gedrängt --
Ach, der eine Blick
Hat das Herz mir versengt!
Und ich stand, als ob ewig
Ich schauen gemüßt, --
Er hielt mich umschlungen,
Er hat mich geküßt!

Als brächt' er von draußen
Die ganze Welt,
Von zuckenden Strahlen
Blendend erhellt;
Als ging mir das Leben
Auf in der Brust,
So hing ich am Hals ihm
In bebender Lust.
Und was er geprochen,
Ich weiß es nicht mehr,
Es sang und es klang ja
Die Welt um mich her!

Wie ist mir geschehen?
Ja, dass ich es wüßt!
Mein Drohen, mein Zürnen
Ich hab's nun gebüßt.
Im Brünnlein das Wasser
Das [murmelt]1 und rinnt:
[Hast gar nichts zu schaffen,
Vergeßliches Kind?
All über mein Denken
Hat Eins nur Gewalt:]2
Ach Liebster, mein Liebster,
Komm wieder, komm bald!

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, pages 176-177

1 Jensen: "rieselt"
2 Jensen: "Zum Bach, wo er wohnet, / Hin fliesst es geschwind. / Mein Sinnen, mein Denken / Fliegt hindurch den Wald,"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission


Research team for this text: Peter Donderwinkel , Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website between May 1995 and September 2003.
Last modified: 2017-03-23 12:35:31
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