by Heinrich Heine (1797 - 1856)

Im Traum sah ich die Geliebte
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE ITA
Im Traum sah ich die Geliebte
Ein banges, bekümmertes Weib,
Verwelkt und abgefallen
Der sonst so blühende Leib. 
 
Ein Kind trug sie auf dem Arme,
Ein andres führt sie an der Hand,
Und sichtbar ist Armut und Trübsal
Am Gang und Blick und Gewand. 
 
Sie schwankte über den Marktplatz,
Und da begegnet sie mir
Und sieht mich an, und ruhig
Und schmerzlich sag ich zu ihr: 
 
Komm mit nach meinem Hause,
Denn du bist blaß und krank;
Ich will durch Fleiß und Arbeit
Dir schaffen Speis' und Trank. 
 
Ich will auch pflegen und warten
Die Kinder, die bei dir sind,
Vor allem aber dich selber,
Du armes, unglückliches Kind. 
 
Ich will dir nie erzählen,
Daß ich dich geliebet hab',
Und wenn du stirbst, so will ich
[Weinen]1 auf deinem Grab.

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1 Loewe: "Nur weinen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Researcher for this text: John Versmoren