by Robert Eduard Prutz (1816 - 1872)
Mein Liebster zog zum blut'gen Streit
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Language: German (Deutsch)
Mein Liebster zog zum blut'gen Streit Weit weg von Hof' und Haus; Wohl sah er im Soldatenkleid Gar schmuck und stattlich aus. Die Trommel tönte das Dorf entlang, Sie zogen stolz vorbei, Und in der Hörner Jubel klang Wehklagen und Geschrei. Ich aber lag im Fensterlein, Hielt grünen Rosmarin, Und schaute still die blanken Reih'n An mir vorüberziehn. Und als mein Schatz gegangen kam, Die Brust zersprang mir schier, Sah er mich an mit stillem Gram Und winkt' und nickte mir. O Gott, wie ward mir da zu Sinn, Wie ward das Herz mir schwer! Ein grünes Blatt warf ich ihm hin, Daß es zum Abschied wär'. Nicht bücken durft' er sich darnach, Schnell riß der Zug ihn fort, Und ach, im Staub zertreten lag, Das Blättchen und verdorrt. -- Und hat er auch kein Abschiedspfand, So hat er doch mein Herz, Das schlägt für ihn in fernem Land Mit ungestümem Schmerz.
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von R. E. Prutz, zweite Auflage, Leipzig: Otto Wigand, 1844, pages 48 - 49.
Text Authorship:
- by Robert Eduard Prutz (1816 - 1872), no title, appears in Gedichte von R. E. Prutz, in Am Fenster, no. 2 [author's text checked 1 time against a primary source]
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