by Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
O wenn ein Herz, längst wohnend im...
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Language: German (Deutsch)
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O wenn ein Herz, längst wohnend im Entwöhnen, von aller Kunft und Zuversicht getrennt, erwacht und plötzlich hört, wie man es nennt: »Du Überfluß, Du Fülle alles Schönen!« Was soll es tun? Wie sich dem Glück versöhnen, das endlich seine Hand und Wange kennt? Schmerz zu verschweigen war sein Element, nun zwingt das Liebes-Staunen es, zu tönen. Hier tönt ein Herz, das sich im Gram verschwieg, und zweifelt, ob ihm dies zu Recht gebühre: o reich zu sein in seiner Armut Sieg. Wer hat denn Fülle? Wer verteilt das Meiste?-- Wer so verführt, daß er ganz weit verführe: Denn auch der Leib ist leibhaft erst im Geiste.
H. Apostel sets stanzas 1-2
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View text with all available footnotesConfirmed with Rainer Maria Rilke, Die Gedichte, Frankfurt am Main: Insel Verlag, 1997, pages 1023-1024.
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- by Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), "Sonett" [author's text checked 1 time against a primary source]
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