by Heinrich Leuthold (1827 - 1879)
Der Waldsee
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Language: German (Deutsch)
Wie bist du schön, du tiefer blauer See! Es zagt der laue West, dich anzuhauchen, Und nur der Wasserlilie reiner Schnee Wagt schüchtern aus der stillen Flut zu tauchen. Hier wirft kein Fischer seine Angelschnur, Kein Nachen wird auf deinem Spiegel gleiten; Wie Chorgesang der feiernden Natur Rauscht nur der Wald durch diese Einsamkeiten. Waldrosen streu'n dir ihren Weihrauch aus Und würz'ge Tannen, die dich rings umragen, Und die wie Säulen eines Tempelbaus Das wolkenlose Blau des Himmels tragen. Einst kannt' ich eine Seele, ernst, voll Ruh', Die sich der Welt verschloß mit sieben Siegeln; Die, rein und tief, geschaffen schien wie du, Nur um den Himmel in sich abzuspiegeln.
R. Stöhr sets stanzas 1-2, 4
Confirmed with Gedichte von Heinrich Leuthold, Frauenfeld, 1879.
Text Authorship:
- by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Der Waldsee" [author's text checked 1 time against a primary source]
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