by Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied, Prinzessin (1843 - 1916), as Carmen Sylva
Einst warst du rein, ein strahlenaugig'...
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Language: German (Deutsch)
Einst warst du rein, ein strahlenaugig' Kind, und lachtest mit der Mutter, silberhell. Sie betete mit dir und küsste dir zum Schlaf die Augen zu und malte sich für dich ein reiches Frauenleben aus. Einst warst du rein, zur Jungfrau auferblüht, zur duftig schönsten Blume. Alles Glück war dein, die ganze Welt war dein, und tief im Herzensgrund ein flüsternd Fragen, wie Gezwitscher, wie ein Windhauch: Wo ist Er? Einst warst du rein. Nun kannst im Fluss, im Meer, im ew'gen Schnee den wundervollen Leib nicht rein'gen du vom Schlamm, der ihn befleckt. Durch deine Adern rollt, statt Blut, nur Geld, vergriffen, schmutzig Geld - und du warst rein!
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View text with all available footnotesConfirmed with Meine Ruh' von Carmen Sylva, Berlin, 1884.
Text Authorship:
- by Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied, Prinzessin (1843 - 1916), as Carmen Sylva, "An eine Frau", appears in Meine Ruh [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2023-06-30
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