by Friedrich von Lehr (1782 - 1854)
Er an Sie
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Language: German (Deutsch)
Our translations: DUT
Ein Echo kenn' ich, ist weit von hier, Wohl hundert mal tönet es wieder, Ein Tönen, wie wenn auf dem Alphorn bließ, Der Senn' von der Firne, so zart, so süß, Erstarben die Stimmen der Lieder. Ein Brünnlein kenn' ich, ist weit von hier, Aus schattigem Dunkel es quillet; Da fließet ein Wasser so mild, so rein, Man drinn sich schauet in lichtem Schein, Den heißesten Durst auch es stillet. Ein Blümlein kenn' ich, ist weit von hier, Blüht still und bescheiden in Frieden; Ein Blümlein ist es, o! wunderschön, Ist Ros' und Lilie in einem zu seh'n, Und nimmer welken die Blüten. Ein Sternlein kenn' ich, ist weit von hier, Glänzt hell, wenn Himmel auch trübe; Viel tausend wallen darum die Bahn, Doch einem nur ist es zugetan, Gibt Licht ihm, Leben und Liebe. Ein Mägdlein kenn' ich, ist weit von hier, Ein Mägdlein voll himmlisch Gemüte: Das ist das Echo, das Sternlein hell, Das ist des Brünnleins labender Quell, Das Blümlein mit ewiger Blüte!
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Confirmed with Taschenbuch für Liebende, ed. by Jens Baggesen, Tübingen: J. G. Cotta'sche Buchhandlung, 1810, pages 163 - 164.
Text Authorship:
- by Friedrich von Lehr (1782 - 1854), "Er an Sie" [author's text checked 1 time against a primary source]
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