by Karl Sigmund Freiherr von Seckendorff (1744 - 1785)
Holde, süße Phantasie
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Language: German (Deutsch)
Holde, süße Phantasie, Immer wirksam, immer neu. Dank sei deinen Zauberbildern, Die mein hartes Schicksal mildern, Dank dir, dass mir deine Kraft Freude, noch zu leben, schafft. O wie manchen langen Tag Irr' ich deinem Blendwerk nach! Im Vergangenen verloren, In der Zukunft neu geboren, Wachend, träumend, dort und hier Folg' ich immer freudig dir! Ein Gesicht verschwindet kaum, Winkt mir schon ein neuer Traum. Sink ich kraftlos und beladen, Reichst du mir den gold'nen Faden, Der mein trauerndes Gemüt Sanft zu dir hinüberzieht. Holde, süße Phantasie, Täuscherin, verlass mich nie! Nur im Kreise deiner Kinder Eilt die Zeit mir hin geschwinder; Weiche nimmermehr von mir, Auch im Tode folg' ich dir.
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View text with all available footnotesConfirmed with Chronik für die Jugend,zweyten Jahrgangs, drittes Vierteljahre, no editor named, Augsburg: Conrad Heinrich Stage, 1786, pages 594 - 595. Appears in Stück 38, dated 18. September 1786, in the article "Ein merkwürdiger Traum", written about the life and work of Author Seckendorff who had just died. The article's author is von Ense.
Text Authorship:
- by Karl Sigmund Freiherr von Seckendorff (1744 - 1785), no title [author's text checked 1 time against a primary source]
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