Holde, süße Phantasie
Language: German (Deutsch) 
Holde, süße Phantasie,
[Immer wirksam, immer neu.]1
Dank sei deinen Zauberbildern,
Die mein hartes Schicksal mildern,
Dank dir, dass mir deine Kraft
Freude, noch zu leben, schafft.

O wie manchen langen Tag
Irr' ich deinem Blendwerk nach!
Im Vergangenen verloren,
In der Zukunft neu geboren,
Wachend, träumend, dort und hier
Folg' ich immer freudig dir!

Ein Gesicht verschwindet kaum,
Winkt mir schon ein neuer Traum.
Sink ich kraftlos und beladen,
Reichst du mir den gold'nen Faden,
Der mein trauerndes Gemüt
Sanft zu dir hinüberzieht.

Holde, süße Phantasie, 
Täuscherin, verlass mich nie!
Nur im Kreise deiner Kinder
Eilt [die Zeit mir]2 hin geschwinder;
Weiche nimmermehr von mir,
Auch im Tode folg' ich dir.

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Confirmed with Chronik für die Jugend,zweyten Jahrgangs, drittes Vierteljahre, no editor named, Augsburg: Conrad Heinrich Stage, 1786, pages 594 - 595. Appears in Stück 38, dated 18. September 1786, in the article "Ein merkwürdiger Traum", written about the life and work of Author Seckendorff who had just died. The article's author is von Ense.

1 von Dalberg: "Du allein verläßt mich nie"
2 von Dalberg: "das Leben"

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Research team for this text: Melanie Trumbull , Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-04-24
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