by Georg Friedrich Konrad Ludwig Gerstenbergk (1780 - 1838)
An dem stillen Felsen‑Hange
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Language: German (Deutsch)
An dem stillen Felsen-Hange, In der einsam-hohlen Gassen, Die Sie lieben muß und hassen, Wo Er, scheidend, Sie verlassen, Sitzt die Jungfrau lange -- lange; -- Und der Fels selbst an der Straßen Seufzet: "Lange!" Da eilt Sie zu Ufer-Stegen, Ruft den Wellen, ruft den Nachen Von der schnellen Fluth getragen, Ihre Bitten, ihre Klagen: "Ihr bringt mir ihn nicht entgegen?!" Wellen, murmelnd, weiter jagen: "Nicht entgegen!!" In der Haine dichte Hallen Nun, wo Zweige, flüsternd, rauschen, Wipfel, wiegend, Worte tauschen, Geht Sie Geister-Bäumen lauschen; Flüstert mit: "ihr hört nichts hallen?" Und all' die Dryaden rauschen: "Hör'n nichts hallen!" Auf die Höh'n zur Abendstunde Klimmet Sie mit matten Füßen, Muß die Wolken, die hier küssen Steile Felsen, alle grüßen: "Bringt von Ihm ihr keine Kunde?" Lüfte, jammernd, wieder grüßen: "Keine Kunde!" Jetzt durch Wolken plötzlich scheinen Sterne, die sich freundlich neigen Aus des Äthers Flammen-Reichen, Und Sein liebes Bild Ihr zeigen. -- "Ihr wollt ihm mich ewig einen?!" Hell' strahlt's -- und die Erden weichen -- "Ewig einen!"
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View text with all available footnotesConfirmed with Georg Friedrich Konrad Ludwig Gerstenbergk,Phalänen, Leipzig: J. F. Gleditsch, 1817, pages 119 - 120.
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- by Georg Friedrich Konrad Ludwig Gerstenbergk (1780 - 1838), "Wiederhall", appears in Phalänen [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
This text was added to the website: 2020-05-25
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