by Karl Friedrich von Gerok (1815 - 1890)
Sommerfahrt
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Language: German (Deutsch)
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Blase mein Postillon, Schmettre den hellsten Ton, Schüttle, du Rossepaar, Muthig dein Mähnenhaar! Führt mich im Sonnenschein Lustig ins Land hinein; Grüße dich, Sommerfeld, Offene Gotteswelt! Grüße dich, Blumenau, Blinkend im Morgenthau, Nickendes Gräserheer, Wallendes Halmenmeer! Grüße dich, blühst du schon? Brennender Ackermohn! Blaue Cyan' im Korn, Röslein am Hagedorn! Grüße dich, Schmetterling, Gaukelnd im Blumenring; Vöglein im Lindenast, Fröhlicher Sommergast! Grüße dich, Himmelshöh'; Segel im blauen See, Silberne Wolke dort, Nähmst du mich mit an Bord! Säuselnder Morgenwind, Streifst mir das Haar so lind, Raunest mir leis ins Ohr Liebliche Märchen vor; Märchen, wie Flur und Feld Offene Tafel hält, Leben und Wonnedrang Alle den Sommer lang! Märchen der Kinderzeit, -- Ach wie so weit so weit! -- Da ich durch Feld und Flur Glücklicher Knabe fuhr. Märchen der Jugend, ach! Werden im Winde wach, Froher Studentensang, Der durch die Wälder klang! Märchen vom fremden Land Hinter der Waldeswand; Dort wo die Berge blaun, Soll ich noch Wunder schaun. Auf denn, im Sonnenschein Fröhlich ins Land hinein! Muthig durch Thal und Höh'n, Leben, bist doch noch schön!
J. Lang sets stanzas 1, 2 (lines 1-2), 3-12
Confirmed with Blumen und Sterne. Vermischte Gedichte von Karl Gerok, Zehnte Auflage, Stuttgart: E. Greiner'sche Verlagsbuchhandlung, [no year given], pages 12-14.
Text Authorship:
- by Karl Friedrich von Gerok (1815 - 1890), "Sommerfahrt", written 1864, appears in Blumen und Sterne, in Von Land und Meer [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2006-12-13
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