by Dietrich Ernst Georg Spiegel, Freiherr von Pickelsheim (1737 - 1789)
Hans an Veit
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Language: German (Deutsch)
Seit dem mir's Gretchen angethan Kann ich Dir nicht mehr lachen. So fröhlich war im Dorf kein Mann Ich konnte Schwänke machen. Nun ist mir's schwer hier in der Brust, In allen Sinnen trübe, Ich träume nicht einmal von Lust, Der Teufel hohl die Liebe! Das Mädchen ist so wunderlich, Ich kann Dirs gar nicht sagen, Sie quält, Sie neckt, Sie hudelt mich, Es ist nicht zu ertragen! Bald wär's ihr, wenn ich gienge recht, Bald wieder wenn ich bliebe. O das -- das närrische Geschlecht! Der Teufel hohl die Liebe! Oft wird's beschlossen, ich will fort, Hans muss die Fremde sehen; Denn hier in dem verwünschten Ort', Hier wär's um mich geschehen! Doch meiner Brust entfällt der Muth, Wie meine Saat dem Siebe, Wenn Sie ein wenig schön mir thut. Der Teufel hohl die Liebe! Seh' ich mit andern Sie vertraut, Nur wenig schmunzern, scherzen, Gleich krieg' ich eine Gänse-Haut, Mir stockt das Blut im Herzen! Es wird das Fleisch am Leibe mir So pelzig wie die Rübe, Ja, Veit, ich wiederhohl' es Dir, Der Teufel hohl die Liebe! Der Amtmann selber sieht sie gern, Für Zorn möcht ich zerspringen! Sie muss dem ausfestopften Herrn, Oft selbst die Steuern bringen; Und dann fällt mir das Sprüchwort ein: Gelegenheit macht Diebe. Nein! fröhlich kann ich nicht mehr seyn. Der Teufel hohl die Liebe!
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
Confirmed with Dietrich Ernst Georg Spiegel, Freiherr von Pickelsheim, Gedichte, ed. by Carl Freyherr von Reitzenstein, Wien: Joseph Stahel, 1793, pages 83 - 85.
Text Authorship:
- by Dietrich Ernst Georg Spiegel, Freiherr von Pickelsheim (1737 - 1789), "Hans an Veit" [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2007-03-27
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