Hans an Veit
Language: German (Deutsch) 
Seit dem mir's Gretchen angethan 
Kann ich Dir nicht mehr lachen. 
So fröhlich war im Dorf kein Mann 
Ich konnte [Schwänke]1  machen. 
Nun ist mir's schwer hier in der Brust, 
In allen Sinnen trübe, 
Ich träume nicht einmal von Lust, 
Der Teufel hohl die Liebe! 

Das Mädchen ist so wunderlich, 
Ich kann Dirs gar nicht sagen, 
Sie quält, Sie neckt, Sie hudelt mich, 
Es ist nicht zu ertragen! 
Bald wär's ihr, wenn ich gienge recht, 
Bald wieder wenn ich bliebe. 
O [das  --  das]2 närrische Geschlecht! 
Der Teufel hohl die Liebe! 

Oft wird's beschlossen, ich will fort, 
Hans muss die Fremde sehen; 
Denn hier in dem verwünschten Ort', 
Hier wär's um mich geschehen! 
Doch meiner Brust entfällt der Muth, 
Wie meine Saat dem Siebe, 
Wenn Sie ein wenig schön mir thut. 
Der Teufel hohl die Liebe!  

Seh' ich mit andern Sie vertraut, 
Nur wenig schmunzern, scherzen, 
Gleich krieg' ich eine Gänse-Haut, 
Mir stockt das Blut im Herzen! 
Es wird das Fleisch am Leibe mir 
So [pelzig]3 wie die Rübe, 
Ja, Veit, ich wiederhohl' es Dir, 
Der Teufel hohl die Liebe! 

Der Amtmann selber sieht sie gern, 
Für Zorn möcht ich zerspringen! 
Sie muss dem ausfestopften Herrn, 
Oft selbst die Steuern bringen; 
Und dann fällt mir das Sprüchwort ein: 
Gelegenheit macht Diebe. 
Nein!  fröhlich kann ich nicht mehr seyn. 
Der Teufel hohl die Liebe! 

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Confirmed with Dietrich Ernst Georg Spiegel, Freiherr von Pickelsheim, Gedichte, ed. by Carl Freyherr von Reitzenstein, Wien: Joseph Stahel, 1793, pages 83 - 85.

1 Seckendorff: "Schnaken"
2 Seckendorff: "über's"
3 Seckendorff: "holzig"

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2007-03-27
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