by Emil Rudolf Osman, Prinz von Schönaich-Carolath (1852 - 1908)
Letzter Tanz
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Language: German (Deutsch)
Es glüht im Fieber das graue Haus, Lichtstreifen fallen breit hinaus Auf sommertrübe Gassen; Es flammt der Saal von Kerzen ganz, Und wir beide tanzen den letzten Tanz, Eh' wir uns müssen lassen. Ich bin gezogen von Meer zu Meer, Und als ich heimkam, die Taschen schwer, Warst du die Braut eines andern; Die Spatzen riefen's von jedem Dach, Die Basen zischten und sprachen's nach: Das kommt vom Wandern, vom Wandern. Wir tanzen, als habe der Tod dich gepackt, Es fegt deine Schleppe spitzengezackt In welken Orangenzweigen, Schon geht der Zeiger auf Mitternacht, Dein junger Gemahl, er sieht's und lacht -- Es schluchzen so wild die Geigen . . Ich wollte, wir irrten im nordischen Land Von keinem geliebt, von keinem gekannt, Im Schneesturm über die Heide, Und daß du ruhtest unbewußt In meinem Mantel, an meiner Brust, Und daß wir stürben beide.
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Confirmed with Dichtungen von Prinz Emil von Schönaich-Carolath, Eilfte und zwölfte Auflage, Leipzig, G. J. Göschen'sche Verlagshandlung, 1911, page 240 (above); also confirmed with Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode. Ausgewählt von Maximilian Bern, Neue Ausgabe, Zwölfte, verbesserte Auflage, Leipzig, Druck und Verlag von Philipp Reclam, 1893, page 502 (see note 1).
Text Authorship:
- by Emil Rudolf Osman, Prinz von Schönaich-Carolath (1852 - 1908), "Letzter Tanz", subtitle: "Ballade" [author's text checked 2 times against a primary source]
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