by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896)
Daheim!
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Language: German (Deutsch)
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Daheim! daheim! wie schwingt das Wort Sich von der Lippe jubelnd fort! Denn was mir Gott an Glück beschert, Das schlingt sich, reich an Duft und Glanz, Ein voller, frischer Blüthenkranz Daheim um meinen Herd. Daheim! daheim! nach Müh und Last O wie so lockend winkt die Rast, Wenn ich am Abend heimgekehrt, Mir Gruß um Gruß entgegenklingt, Und Weib und Kind mich froh umringt Daheim an meinem Herd. Daheim! daheim! der Welt Gebraus Umrauscht von fern mein stilles Haus; Vergessen ist, was mich beschwert, Vergeben ist, was mich gekränkt, In Frieden ruht mein Herz versenkt Daheim an meinem Herd. Daheim! daheim! die Treue wacht An meiner Schwelle Tag und Nacht, Die streng den Eingang Allem wehrt, Was nicht geziemt dem deutschen Mann Und nicht vor Gott bestehen kann Daheim an meinem Herd. Daheim! daheim! doch wer mir schmückt Den Herd, dem sei die Hand gedrückt; Die kleinste Gabe gilt mir werth, Ein Bild, ein Liedchen freudenklar, Ein Märchen für die muntre Schaar Daheim an meinem Herd. Daheim! daheim! und soll es sein, Und bricht der Feind ins Land herein, Dann flammt mein Herz, dann sehnt mein Schwert Sich nach des freien Mannes Hand, Und zornig reiß' ich's von der Wand Daheim an meinem Herd. Daheim! daheim! wenn Lied um Lied Verklingt und Bild um Bild entflieht, Nach oben ist mein Blick gekehrt, Wo mich die neue Heimath grüßt, Wenn brechend sich mein Auge schließt Daheim an meinem Herd.
H. Esser sets stanzas 1-3, 7
Confirmed with Daheim. Ein deutsches Familienblatt mit Illustrationen, 1. Jahrgang (1865), Nro. 1, page 1.
Text Authorship:
- by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896), "Daheim" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2021-11-14
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