by Joseph Viktor von Scheffel (1826 - 1886)
Wer wankt zu Fuße ganz allein
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Language: German (Deutsch)
Wer wankt zu Fuße ganz allein Gen Heidelberg zum Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, Vorbei ist's mit dem Pirschen. »Herr Wirt, ein Kännlein dünnes Bier Und einen Harung im Salze! Ich hab' vom vielen Malvasier Das Zipperlein am Halse. Der schönste, größte Durst der Pfalz Muß früh in Ruh'stand sinken; Das letzte Dorf des Odenwalds Kann ich nicht mehr vertrinken. Einen Notary ruft herein, Der schreib' die Testamenten: Pfaffenbeerfurt soll der Hochschul' sein, Mein Durst den Herrn Studenten! Stets bin ich alter Mann gerührt, Seh' ich die wackern Jungen, Und schlucken sie wie ich, so wird Dereinstmals doch gesungen: Pfaffenbeerfurt ist hin! Pfaffenbeerfurt ist fort! Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl', Pfaffenbeerfurt, des Odenwalds Kronjuwel, Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken! Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verlurste? Man spricht vom vielen Trinken stets, Doch nie vom vielen Durste. Pfaffenbeerfurt ist hin! Pfaffenbeerfurt ist fort! Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl', Pfaffenbeerfurt, des Odenwalds Kronjuwel, Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!«
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- by Joseph Viktor von Scheffel (1826 - 1886), no title, appears in Gaudeamus. Lieder aus dem Engeren und Weiteren, in Die Lieder vom Rodenstein, in Die drei Dörfer, no. 3 [author's text checked 1 time against a primary source]
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