by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)
Wie bebte Königin Marie
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Language: German (Deutsch)
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Wie bebte Königin Marie, Als durchs geheime Pförtlein spat Mit ungebognem Haupt und Knie In ihr Gemach Graf Bothwell trat! Ihr schön Gesicht ward leichenweiß; Sie zuckt' und sah ihn fragend an: Er wischte von der Stirn den Schweiß Und sagte dumpf: "Es ist getan. Es ist getan, dein süßer Mund War nicht für Buben solcher Art, Heut Abend um die achte Stund' Hielt Heinrich Darnley Himmelfahrt." -- Sie schrie empor: "Verzeih' dir Gott! Nimm all mein Gold, nimm hin und flieh!" Da lacht' er laut in grimmem Spott: "Was soll mir Gold für Blut, Marie? Ich liebe dich, und wenn ich mich Der Höll' ergab zu dieser Frist: So war's um dich, allein um dich, Weil du der schönste Teufel bist. Die Hand, die einen König schlug, greift auch nach einer Königin." Er rief's, und Graun in jedem Zug, Starr wie ein Wachsbild sank sie hin. Er hub sie auf; sie fühlt' es nicht, Dass ihr ins Fleisch sein Stahlhemd schnitt; Ihr lockig Haupthaar wallte dicht Um seine Schulter, wie er schritt. Er stieß den Ring an ihre Hand, Er schwang sie vor sich fest aufs Ross Und jagt' ins wetterschwüle Land Hinaus mit ihr gen Dunbar-Schloss. Schwarz war die Nacht, als wäre rings Erloschen jeder Stern des Heils; Nur manchmal in den Wolken ging's Gleichwie das Blitzen eines Beils.
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- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Bothwell", appears in Gedichte und Gedenkblätter, in Vermischte Gedichte [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2011-07-18
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