by Richard Fedor Leopold Dehmel (1863 - 1920)
Unsre Stunde
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Language: German (Deutsch)
Our translations: FRE
Es dunkelt schon; komm, geh nach Haus, komm! Das Kastanien-Blattgewühl streckt sich wie Krallen nach uns aus. Es ist zu einsam hier, zu schwül für uns. Denn sieh: die Linien deiner Hand, sieh, sind den meinen viel zu gleich. Du schienst mir plötzlich so verwandt, so vorbekannt, vielleicht aus einem andern Reich. Ich hatt' ne Schwester, die ist tot. Sei nicht so stumm, als wärst du taub! Die Abendwolke dampft so rot durchs junge Laub, als ob sie uns Blutschande droht. Horch! Ja, so wild und unverwandt, wie jetzt die Nachtigal da schlug, zittert dein Herz in meiner Hand. Wir wissen es; das ist genug für uns.
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- by Richard Fedor Leopold Dehmel (1863 - 1920), "Unsre Stunde", appears in Lebensblätter  [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2011-08-10
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