by Franz Xaver Seidl (1845 - 1892)
Ohne Rast
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Schon rötet sich das Laub der Bäume, ein frost'ger Windhauch streift im Tann; des holden Sommers letzte Träume zeigt schon die bleiche Aster an. Da hast auch Abschied du genommen, und da mein Frühling mit Dir schied, ist's herbstlich über mich gekommen, und einsam trauernd klagt mein Lied: Dass nimmermehr ich rasten kann und nicht zur Freude taugen, zwei Augen haben mir's angetan, deine zwei dunklen Augen. Jetzt schau' ich sehnend nach der Stelle, wo deine traute Heimat liegt; den Wind beneid' ich und die Welle und jedes Vöglein, das da fliegt. Mein eigen Haus ist fremd mir worden, im frohen Kreis starb meine Lust; nur tiefer fühl' ich's aller Orten, und lauter wogt's in meiner Brust: Dass nimmermehr ich rasten kann und nicht zur Freude taugen, zwei Augen haben mir's angetan, deine zwei dunklen Augen.
View text with all available footnotes
Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Vergißmeinnicht. Lieder und Gedichte von Fr. Xav. Seidl, Regensbürg, Alfred Coppenrath, 1879, page 16.
Text Authorship:
- by Franz Xaver Seidl (1845 - 1892), "Ohne Rast", appears in Vergissmeinnicht. Lieder und Gedichte, in Liebe [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2020-03-17
Line count: 24
Word count: 137