by Hermann Hölty (1828 - 1897)
Vorfrühling
Language: German (Deutsch)
Kaum hat sich der Winter fortgemacht, Da kommt schon der Lenz genaht über Nacht. Er guckt wie verstohlen auf Flur und Wald Und hüllt sich in heimliche Schmeichelgestalt Und sagt und fragt: darf ich kommen? Er nimmt als Gewand das Sonnenlicht, Das dort aus dem Dunkel herniederbricht; Er birgt sich im hellen Quellenchor, Der springt aus dem Schnee der Berge hervor, Und sagt und fragt: darf ich kommen? Er schmiegt sich hinein in den sanften Hauch, Der lockt zu quellen die Knosp' am Strauch; Er springt gar selber in's Knospenhaus Und lacht aus den quellenden Blättern heraus Und sagt und fragt: darf ich kommen? Und wie er die Lerch' in der Höhe entdeckt, Da hat er sich gleich in ihr Liedlein versteckt, Und wie mir das Lied in die Seele dringt, Merk' ich, wie er mit in die Seele springt Und sagt und fragt: darf ich kommen?
View text with all available footnotes
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
Confirmed with Hermann Hölty, Bilder und Balladen, Hannover: Carl Meyer, 1872, pages 1-2.
Note: The title of the poem is only found in the Bilder und Ballenden publication.
Text Authorship:
- by Hermann Hölty (1828 - 1897), "Vorfrühling", appears in Vorfrühling, no. 1, appears in Bilder und Balladen [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2012-07-06
Line count: 20
Word count: 148
