by Pauline Schanz (1828 - 1913)
Verstohlen
Language: German (Deutsch)
Wie sind die Stunden so trüb, so trüb, bis die Strahlen der Sonne verglühten! Es zählet die Nacht die verschwiegene Lieb' zu ihren duftigsten Blüten! Wenn im flüsternden Mailaub der Zephyr erwacht, sich heimliche Küsse zu holen, mein Liebster, dann komm in den Garten sacht, verstohlen. Wenn das Mondlicht wandelt geisterhaft leis' in den düster umschatteten Gängen, wenn die Jasminblüten am schwanken Reis voll tauiger Tropfen hängen, wenn müde sich wiegen die Falter der Nacht auf träumerisch blassen Violen, mein Liebster, dann komm in den Garten sacht, verstohlen. Wenn in Schlummer gewiegt vom Fittich der Luft die Rosen schlaftrunken schwanken, wenn die Elfen sich wiegen in Blütenduft auf der Beete verschlungenen Ranken, dann schnell, eh' die wonnigen Stunden der Nacht entflieh'n auf geflügelten Sohlen, mein Liebster, dann komm in den Garten sacht, verstohlen.
M. Zenger sets stanzas 1-2
Confirmed with the anthology Deutsche Lyriker seit 1850. 2. verbesserte Aufl., Leipzig, 1868.
Text Authorship:
- by Pauline Schanz (1828 - 1913), "Verstohlen" [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Max Zenger (1837 - 1911), "Verstohlen", op. 76 (Sechs Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte) no. 2, published 1893, stanzas 1-2 [ voice and piano ], Nürnberg, Schmid [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-02-11
Line count: 24
Word count: 133