Der erschrockene Tod
Language: German (Deutsch)
Es lebte ein Bauer im sächsischen Land, der war als der reichste im Dorfe bekannt. Er jatte viel Wiesen, viel Wald und viel Feld und auch einen Acker mit Kraut sich bestellt. Das grünte und wuchs, ein so herrliches Kraut hatt' keiner von allen im Dorf je gebaut; d'rum hatte auch Tod, denn so hieß dieser Mann, gar großes Behagen und Freude daran. Einst wollt' er, als kaum noch der Morgen gegraut besuchen den lieblichen Acker voll Kraut. O Himmel, was hatte der Mann da für Schreck: Der Acker war leer, und sein Kraut alles weg! Da stand er, als wär' er vom Schlage gerührt: Der Krautacker war ja ganz rein abrasiert! Auch hatt' in der Mitt' eine Stang' er erricht't, der nächtliche Unhold, der Erzbösewicht. Und hoch an der Stang' einen Zettel man fand, worauf mit Frakturschrift ganz leserlich stand: Zu wisssen und kund sei es jedem, der's liest: Für'n Tod auf der Erde kein Kraut g'wachsen ist.
Note: the German phrase "Dagegen ist kein Kraut gewachsen" means "against that there is no remedy".
Text Authorship:
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Ludwig Joseph Kramolin (1805 - 1884), as Ludwig Cramolini, "Der erschrockene Tod", from Drei komische Lieder, no. 2 [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-01-18
Line count: 20
Word count: 159